Unity Catalog

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Unity Catalog ist die zentrale Governance-Schicht für Daten und KI innerhalb von Databricks.
  • Er verbindet Daten- und AI-Assets mit Berechtigungen, Metadaten, Lineage und weiteren Governance-Funktionen.
  • Zugriffsrechte lassen sich zentral für unterschiedliche Datenobjekte und Nutzergruppen verwalten.
  • Data Lineage macht Herkunft, Verarbeitung und Nutzung von Daten nachvollziehbar.
  • Der Unity Catalog geht über die Funktionen eines klassischen Data Catalogs hinaus und unterstützt auch Zugriffskontrolle, Auditing, Klassifizierung und Governance von AI-Assets.
  • Data Contracts und der Unity Catalog ergänzen sich: Data Contracts definieren Erwartungen an Daten, der Unity Catalog unterstützt deren kontrollierte Verwaltung innerhalb von Databricks.
  • Der Unity Catalog schafft damit eine gemeinsame Governance-Grundlage für Daten, Analytics und KI innerhalb von Databricks.

Was ist der Unity Catalog?

Unity Catalog

Der Unity Catalog ist die zentrale Governance-Schicht innerhalb von Databricks. Über ihn lassen sich Daten und AI-Assets strukturiert organisieren, beschreiben, schützen und überwachen.

In modernen Datenplattformen arbeiten unterschiedliche Rollen und Anwendungen mit denselben Daten. Data Engineers entwickeln Pipelines, Analysten erstellen Auswertungen, Fachbereiche nutzen Daten für Entscheidungen und KI-Anwendungen greifen automatisiert auf Daten und Modelle zu.

Dadurch entstehen grundlegende Fragen:

  • Welche Daten gibt es?
  • Wo befinden sie sich?
  • Wer darf darauf zugreifen?
  • Wer ist verantwortlich?
  • Woher stammen die Daten?
  • Welche Anwendungen oder Modelle verwenden sie?

Der Unity Catalog führt die dafür relevanten Informationen und Kontrollmechanismen innerhalb von Databricks zusammen.

Unity Catalog

Warum braucht Databricks eine zentrale Governance-Schicht?

Mit wachsender Datenplattform steigen die Abhängigkeiten zwischen Teams, Datenquellen, Anwendungen und Datenprodukten.

Gleichzeitig müssen Zugriffe kontrolliert, sensible Daten geschützt und Verantwortlichkeiten nachvollziehbar bleiben.

Ein Beispiel:

Eine Kundentabelle wird von mehreren Teams verwendet. Ein Teil der Nutzer benötigt vollständigen Zugriff, andere dürfen bestimmte sensible Informationen nicht sehen. Zusätzlich soll nachvollziehbar sein, welche Reports, Datenprodukte oder KI-Anwendungen diese Daten verwenden.

Eine zentrale Governance erleichtert es, solche Anforderungen einheitlich zu steuern.

Der Unity Catalog unterstützt dabei insbesondere:

  • Transparenz über vorhandene Daten
  • kontrollierte Zugriffe
  • nachvollziehbare Verantwortlichkeiten
  • Impact-Analysen bei Änderungen
  • Auditierbarkeit
  • Wiederverwendbarkeit von Daten
  • die kontrollierte Nutzung von Daten durch BI und KI

Die organisatorischen Regeln und Verantwortlichkeiten einer Data Governance ersetzt der Unity Catalog jedoch nicht.

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Wie ist der Unity Catalog aufgebaut?

Der Unity Catalog organisiert Daten und andere Assets hierarchisch.

Vereinfacht lässt sich die Struktur folgendermaßen darstellen:

Metastore → Catalog → Schema → Daten- oder AI-Objekt

Metastore

Der Metastore bildet die übergeordnete Verwaltungsebene des Unity Catalogs. Er enthält die registrierten Objekte und die dazugehörigen Governance-Informationen.

Catalog

Ein Catalog ist die oberste organisatorische Ebene innerhalb des Metastores.

Catalogs können beispielsweise nach Unternehmensbereichen, Datenprodukten oder Entwicklungsumgebungen strukturiert werden.

Denkbar wären etwa:

  • finance
  • sales
  • production

oder:

  • dev
  • test
  • prod

Welche Struktur sinnvoll ist, hängt von Organisation, Governance und Architektur des Unternehmens ab.

Schema

Innerhalb eines Catalogs strukturieren Schemas die enthaltenen Objekte weiter.

Ein Catalog finance könnte beispielsweise Schemas für unterschiedliche fachliche Bereiche oder Datenprodukte enthalten.

Daten- und AI-Objekte

Innerhalb dieser Struktur können unterschiedliche Objekte verwaltet werden, zum Beispiel:

  • Tabellen
  • Views
  • Volumes
  • Funktionen
  • Modelle

Die Struktur des Unity Catalogs sollte daher nicht nur technisch, sondern auch fachlich sinnvoll aufgebaut werden.

Welche Aufgaben übernimmt der Unity Catalog?

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Der Unity Catalog bündelt mehrere Funktionen, die für den kontrollierten Umgang mit Daten relevant sind.

Zugriffssteuerung

Berechtigungen können zentral für Nutzer, Gruppen und technische Identitäten vergeben werden.

Für sensible Daten lassen sich zusätzlich differenziertere Regeln einsetzen, beispielsweise Filter auf Zeilenebene oder Maskierungen bestimmter Spalten.

Metadaten und Data Discovery

Der Unity Catalog stellt Informationen über vorhandene Datenobjekte bereit und unterstützt deren Auffindbarkeit.

Beschreibungen, Klassifizierungen und weitere Metadaten helfen Anwendern dabei, Daten fachlich einzuordnen und geeignete Datenquellen auszuwählen.

Data Lineage

Data Lineage macht sichtbar, woher Daten stammen und wie sie weiterverarbeitet werden.

So lässt sich beispielsweise nachvollziehen:

  • welche Tabellen als Quelle dienen,
  • welche nachgelagerten Objekte davon abhängen,
  • welche Prozesse oder Anwendungen die Daten verwenden.

Das unterstützt Fehleranalysen ebenso wie Impact-Analysen und Change-Management.

Auditing

Audit-Informationen helfen dabei, Zugriffe und Aktivitäten nachvollziehbar zu machen.

Dies unterstützt unter anderem Sicherheitsanalysen, Compliance-Anforderungen und die Untersuchung ungewöhnlicher Aktivitäten.

Datenqualität und Klassifizierung

Der Unity Catalog unterstützt die Klassifizierung von Daten und Funktionen zur Überwachung ihrer Qualität.

Dadurch können beispielsweise sensible Daten gekennzeichnet und Auffälligkeiten hinsichtlich Aktualität oder Vollständigkeit sichtbar gemacht werden.

Welche Datenqualität für einen konkreten Anwendungsfall erforderlich ist, bleibt jedoch eine fachliche und organisatorische Entscheidung.

Wie unterscheiden sich der Unity Catalog, ein Data Catalog und Data Governance?

Die drei Begriffe beschreiben unterschiedliche Ebenen.

Ein Data Catalog macht Datenbestände und ihre Metadaten auffindbar und verständlich.

Er beantwortet beispielsweise:

  • Welche Daten sind vorhanden?
  • Wo liegen sie?
  • Was bedeuten sie?
  • Wer ist verantwortlich?

Data Governance

Data Governance definiert den organisatorischen Rahmen für den Umgang mit Daten.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Rollen und Verantwortlichkeiten
  • Richtlinien
  • Qualitätsanforderungen
  • Sicherheitsregeln
  • Prozesse

Unity Catalog

Der Unity Catalog verbindet Katalogfunktionen mit technischen Governance-Mechanismen innerhalb von Databricks.

Vereinfacht:

Data Governance definiert Regeln und Verantwortlichkeiten.

Ein Data Catalog schafft Transparenz über vorhandene Daten.

Der Unity Catalog unterstützt dabei, Daten innerhalb von Databricks zu katalogisieren und Governance technisch umzusetzen.

Welche Rolle spielt der Unity Catalog für KI?

Einstieg in Predictive Analytics

Mit KI erweitert sich der Gegenstand von Governance.

Neben klassischen Datenobjekten müssen zunehmend auch Modelle, Funktionen und andere AI-Assets kontrolliert verwaltet werden.

Daraus ergeben sich Fragen wie:

  • Welche Daten darf ein KI-System verwenden?
  • Welche Modelle dürfen eingesetzt werden?
  • Wer darf auf bestimmte AI-Assets zugreifen?
  • Welche Daten und Modelle sind miteinander verbunden?
  • Wie lassen sich Zugriffe und Abhängigkeiten nachvollziehen?

Der Unity Catalog schafft dafür eine gemeinsame Governance-Grundlage innerhalb von Databricks.

Das ist insbesondere für Data Agents relevant. Ein Data Agent benötigt kontrollierten Zugriff auf Unternehmensdaten und muss innerhalb definierter Berechtigungen arbeiten.

Dabei gilt:

KI benötigt nicht weniger Governance als klassische BI. Durch automatisierte Zugriffe und zusätzliche AI-Assets entstehen vielmehr neue Governance-Anforderungen.

Wie hängen der Unity Catalog und Data Contracts zusammen?

Data Contracts und der Unity Catalog erfüllen unterschiedliche, aber ergänzende Aufgaben.

Ein Data Contract definiert beispielsweise:

  • welche Daten bereitgestellt werden,
  • welche Struktur verbindlich ist,
  • welche Qualitätsanforderungen gelten,
  • wer verantwortlich ist,
  • wie mit Änderungen umgegangen wird.

Der Unity Catalog unterstützt dagegen die technische Organisation und Governance der entsprechenden Daten innerhalb von Databricks.

So kann ein Data Contract festlegen, welche Anforderungen für einen Datenbestand gelten. Der Unity Catalog kann diesen Datenbestand strukturiert verwalten, Zugriffe steuern, Metadaten bereitstellen und Abhängigkeiten über Data Lineage sichtbar machen.

Vereinfacht:

Der Data Contract beschreibt, worauf sich Nutzer von Daten verlassen können.

Der Unity Catalog unterstützt dabei, diese Daten innerhalb von Databricks kontrolliert zu verwalten.

Ein Data Contract ist damit nicht automatisch Bestandteil des Unity Catalogs. Beide Konzepte können innerhalb einer modernen Datenarchitektur jedoch sinnvoll zusammenspielen.

Einführung in der Praxis

Der Unity Catalog sollte nicht nur technisch aktiviert werden. Vor der Umsetzung sollte geklärt sein, wie Governance und Verantwortlichkeiten innerhalb der Datenplattform organisiert werden sollen.

Wichtige Fragen sind:

  • Welche fachlichen oder organisatorischen Grenzen sollen über Catalogs abgebildet werden?
  • Welche Entwicklungs- und Produktionsumgebungen müssen getrennt werden?
  • Welche Rollen und Gruppen benötigen Zugriff auf welche Daten?
  • Wer übernimmt die Verantwortung für Catalogs und Schemas?
  • Welche Daten sind besonders schützenswert?
  • Welche Metadaten und Beschreibungen werden benötigt?
  • Welche Lineage- und Audit-Informationen sind relevant?
  • Welche Daten und AI-Assets sollen gemeinsam gesteuert werden?

Darauf aufbauend kann eine geeignete Catalog- und Berechtigungsstruktur entwickelt werden.

Ein möglicher Ablauf ist:

Governance-Anforderungen klären → Catalog-Struktur definieren → Verantwortlichkeiten festlegen → Berechtigungen umsetzen → Metadaten und Klassifizierungen ergänzen → Lineage und Qualität überwachen

Wichtig ist:

Der Unity Catalog ist ein technisches Governance-Werkzeug. Eine funktionierende Data Governance entsteht durch das Zusammenspiel aus Organisation, Verantwortlichkeiten, Prozessen und Technologie.

FAQ

Der Unity Catalog ist die zentrale Governance-Schicht von Databricks. Er verbindet Daten und AI-Assets mit Berechtigungen, Metadaten, Lineage und weiteren Governance-Funktionen.

Nein. Er enthält Funktionen eines Data Catalogs, ergänzt diese aber unter anderem um Zugriffskontrolle, Data Lineage, Auditing und Governance für Daten und AI-Assets.

Nein. Data Governance definiert den organisatorischen Rahmen. Der Unity Catalog unterstützt die technische Umsetzung innerhalb von Databricks.

Ein Catalog ist eine übergeordnete Organisationsebene innerhalb des Unity Catalogs. Ein Catalog enthält Schemas, in denen wiederum Objekte wie Tabellen, Views oder Funktionen organisiert werden.

Data Lineage zeigt, aus welchen Quellen Daten stammen, wie sie verarbeitet werden und welche nachgelagerten Objekte oder Anwendungen sie verwenden.

Der Unity Catalog unterstützt die Governance von Daten und AI-Assets. Damit schafft er eine kontrollierte Grundlage für den Zugriff von KI-Anwendungen auf Unternehmensdaten.

Ein Data Contract definiert Erwartungen an Daten. Der Unity Catalog unterstützt deren strukturierte und kontrollierte Verwaltung innerhalb von Databricks.

Metric Views sind im Unity Catalog verwaltete Objekte. Sie ermöglichen die zentrale Definition und Governance wiederverwendbarer Kennzahlen. Das Thema wird im separaten DATA MART Wiki „Databricks Metric Views“ vertieft.

Ja. Data Agents benötigen kontrollierten Zugriff auf Daten und fachlichen Kontext. Der Unity Catalog stellt dafür einen Teil der Governance-, Berechtigungs- und Metadatenbasis bereit.